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Der Erkundungsbericht

von Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Dr. Karl Schmidseder
Chef des Stabes am Kommando Internationale Einsätze

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen autorisierte mit Resolution 1386 (2001) vom 20. Dezember 2001 die Schaffung der ISAF (International Security Assistance Force) in Afghanistan. Die ISAF soll insbesondere 3 Hauptaufgaben bewältigen: 1: Gewährleistung eines sicheren Umfeldes für die Interimsbehörden Afghanistans (in Form von Patrouillen, der Sicherung von bestimmten Objekten im Raum Kabul sowie der Straße zum 65 km nördlich liegenden militärischen Flugplatz Bagram und Begleitschutz von Transporten), 2. Beitragsleistung zur humanitären Hilfe einschließlich Minenräumaufgaben, 3. Beratungsfunktion beim Aufbau von militärischen und Polizeistrukturen in Afghanistan. Das Ergebnis eines am 27. Dezember 2001 durch Großbritannien geleiteten Force Planning Seminars ist insofern beachtenswert, als der Bedarf an den erforderlichen Kräften im Gegensatz zu früheren VN-Missionen problemlos abgedeckt werden konnte und die Truppen binnen kurzer Zeit verlegebereit gemeldet wurden. Die Variante der Mandatierung einer Mission durch die VN, jedoch Delegation der militärischen Komponente an eine Coalition of the Willing unter Führung einer potenten Lead Nation scheint sich bestens zu bewähren. Die im Rahmen einer Erkundung vor Ort gewonnenen Eindrücke und das Stimmungsbild in und um Kabul können als positiv und optimistisch bezeichnet werden. Die Masse der Bevölkerung erwartet nach mehr als 20 Jahren Krieg Ruhe und Sicherheit. Die Soldaten der ISAF können somit grundsätzlich mit einem "friedlichen Umfeld" rechnen. Potentielle Gefahren sind Banden/bewaffnete Zivilisten, insbesondere jedoch Minen und Sprengmittel. Das Erscheinungsbild der Soldaten der internationalen Truppe wird im Zusammenwirken mit den afghanischen Militärs und Polizeikräften einem low profile entsprechen. Allerdings muss im Anlassfall unverzüglich ein robustes Einschreiten sichergestellt sein. Die Camps von ISAF werden am Stadtrand von Kabul sowie am Kabul International Airport unter Nutzung von noch "halbwegs brauchbarer" Infrastruktur angelegt. Die neben Kommando- und Fliegerelementen und einer jeweils multinationalen Logistics Goup und Engineer Group eingesetzten beiden Battle Groups (gestellt durch Großbritannien bzw. Deutschland-Niederlande-Dänemark-Österreich) werden die eigentlichen Wach- und Sicherungsaufgaben wahrnehmen. Eine gewaltige Herausforderung stellt zweifellos die Verlegung der Truppen dar, welche vorerst nur über Air Lines of Communication (ALOCs) in den Einsatzraum möglich ist. Der Landweg nach Kabul ist sowohl von Norden als auch von Osten problematisch (Sicherheit, Lage in Pakistan). Sogar die Lead Nation muss sich auf strategische Lufttransportmittel anderer abstützen. Großbritannien wird seine Führungsrolle bis Ende April 2002 abgeben, Nachfolger wird möglicherweise die Türkei. Das durch den Ministerrat am 8. Jänner 2002 beschlossene österreichische Kontingent mit einem Wach- und Sicherungszug, Stabspersonal in den übergeordneten Kommanden, CIMIC-Personal und einem Luftumschlagselement (rund 60 Soldaten) stellt einen ausgewogenen und international anerkannten Beitrag dar. Die rasche und friktionsfreie Formierung, Vorbereitung und Entsendung beruht auf klaren Direktiven durch das BMLV, hohem Engagement der betroffenen Verbände (Zentrum Jagdkampf, JgB 25) und professioneller Umsetzung durch das für die nationale Führung von AUCON/ISAF zuständige Kommando für Internationale Einsätze (KdoIE), dessen Personal auch "on short notice" jederzeit kurzfristig entsandt werden kann.

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