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Das I. KORPS

Wien, 10. April 2000  - Das I. Korps ist ein militärischer Großverband, der direkt dem Bundesministerium für Landesverteidigung untersteht. Es umfasst etwa die Hälfte des gesamten Bundesheeres. Die Besonderheit des I. Korps ist sein Befehlsbereich mit den Bundesländern, Burgenland, Kärnten, Niederösterreich und Steiermark, der fast zur Gänze an der Außengrenze der Europäischen Union liegt.

Hauptaufgabe des I. Korps ist es in personeller, materieller, und ausbildungsmäßiger Hinsicht

  • die Einsatzbereitschaft der Präsenzkräfte,
  • die Aufgabenerfüllung der Friedensorganisation,
  • die Einsatzbereitschaft der Einsatzorganisationen,
  • die Führungsfähigkeit aller Kommanden

zu gewährleisten. Die Kernaufgabe des österreichischen Bundesheer ist die militärische Landesverteidigung. Das I. Korps ist dabei im ganzen Bundesgebiet einsetzbar. Auf Grund ihrer Stärke uns Ausrüstung können die Verbände des I. Korps auch Schutz- und Hilfsfunktionen für die Bevölkerung wahrnehmen, die zivile Organisationen überfordern würden, beispielsweise Katastrophenhilfe und Assistenzleistungen. Nach dem Einsatzkonzept des österreichischen Bundesheeres muß das Korpskommando I in der Lage sein, operativ oder taktisch zu führen. Operative Führung bedeutet, aufgrund einer militärstrategischen Weisung den gesamten Streitkräfteeinsatz zu planen sowie die Führung im Einsatz sicherzustellen. Bei der taktischen Führung werden die zugeordneten Kräfte im Sinne der Aufträge des operativ verantwortlichen Kommandos im Kampf der verbundenen Waffen geführt.

Neben seinen militärischen Aufgaben hat das Korpskommando I noch die Funktion einer Dienstbehörde sowie auch jene eines anweisenden Organs gemäß Bundeshaushaltsgesetz zu erfüllen. Das I. Korps ist im Frieden in einem Raum disloziert, der über Jahrhunderte hinweg bis in die heutige Zeit große Bedeutung für die Sicherheit Österreichs und Europas hatte. Das dokumentieren zuletzt der Sicherungseinsatz 1991, der durch das Korpskommando I geführt wurde, sowie (seit 1990) der Assistenzeinsatz in Burgenland.

Die Grenzlage und die Geschichte dieses Raumes haben dazu geführt, daß die Bevölkerung im Korpsbereich ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis und eine hohe Wehrbereitschaft hat. Insgesamt genießen daher die militärische Landesverteidigung, das I. Korps und seine Soldaten eine hohe Wertschätzung bei der Bevölkerung. Logische Konsequenzen daraus sind eine hohe Akzeptanz der Wehrpflicht, eine grundsätzlich gute Kadersituation und qualifizierter Nachwuchs an jungen Berufs- und Zeitsoldaten sowie Einjährig-Freiwilligen.

Auf Grund dieser Tatsachen hat das I. Korps eine hohe Kaderqualität, was sich in guter Ausbildung, Engagement, gesundem Selbstbewußtsein und Disziplin ausdrückt. Die Miliz zeichnet sich durch geringe Befreiungsraten bei Waffenübungen und hohes Engagement in der freien Milizarbeit aus. Die Bereitschaft der Soldaten zeigt sich auch am traditionell hohen Anteil an UN-Personal, der sich aus Freiwilligen des I. Korps rekrutiert. Dies führt dazu, daß ein großer Teil des Berufs- und Milizkaders Auslandserfahrung aufweist; die wird in Zukunft zunehmend von Bedeutung sein.

Mit einer starken Panzergrenadierbrigade, zwei Jägerbrigaden und neun Korpstruppen verfügt das

I. Korps über die Masse der Kampf-, Kampfunterstützungs- und Führungstruppen des Bundesheeres. Das I. Korps führt außerdem noch den einzigen zu Luftlandungen befähigten Verband des Bundesheeres sowie einen Hochgebirgsverband. Die in weiten Bereichen bereits ausgezeichnete Bewaffnung der Infanterie wird in Zukunft noch durch sie Ausstattung mit Mannschaftstransportpanzern und damit eine Erhöhung der Beweglichkeit und des Schutzes der Soldaten ergänzt.

Das Korpskommando I hat sich den Ruf eines initiativen, vorausschauend planenden aber auch loyalen Kommandos erworben. Dies haben die rasche Umsetzung der strukturangepassten Heeresgliederung, die Einführung der Grundwehrdienerbefragung, mit der Zielsetzung, Schwachstellen in der eigenen Organisation zu erfassen und zu bereinigen, und vor allem die laufende Durchführung großer Verbandsübungen bewiesen. Das I. Korps und seine Soldaten sind in der Gesellschaft integriert. Zum Ausdruck kommt dies einerseits durch viele "lebende" Partnerschaften und durch das Tätigsein vieler Mitarbeiter des I. Korps in politischen Funktionen, andererseits aber auch durch ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden und Institutionen, durch ein Heraushalten des Korps aus der Parteipolitik, durch ein insgesamt unbelastetes Verhältnis zu politischen Verantwortungsträgern. Dieses Gefühl integriert zu sein, führt dazu, daß im Kaderpersonal die Bereitschaft gegeben ist, über angeordnete Einsätze hinaus großzügig Hilfe, speziell im karitativen Bereich, zu leisten.

Rund 130 Jahre lang wurde die obere militärische Führung aus dem "Haus am Glacis", ehemals in der Form des Generalkommandos für Steiermark und Krain, des Kommandos des III. (des "Eisernen") Korps, des Gruppenkommandos II und eben heute des Korpskommandos I wahrgenommen. Im Jänner 2000 verlegte das Korpskommando I in die Grazer Belgierkaserne, um den neuen Herausforderungen noch besser gewachsen zu sein.

Das Korpskommando I ist übersiedelt

Mit 25. Jänner 2000 hat das Korpskommando I sein neues Kommandogebäude in der Grazer Belgierkaserne bezogen. Damit endet auch die Nutzung des Kommandogebäudes am Grazer Glacis. Das Stadtpalais mit der beeindruckenden Fassade, das bekannteste Beispiel des Klassizismus in der steirischen Landeshauptstadt, hat seit 1878 verschiedene militärische Kommanden beherbergt. So ging das III. Korps der k. u. k. Armee von hier aus an die Front des I. Weltkriegs. Im Bundesheer der I. Republik lag hier das Kommando der 5. Division. Im Bundesheer der II. Republik war zunächst das Gruppenkommando II, das 1974 zum Korpskommando I wurde, im Palais am Glacis untergebracht. Immer drängendere Probleme der Infrastruktur führten zur Übersiedelung. Der Abschied aus dem Haus, das 122 Jahre höhere militärische Kommanden beherbergt hat, fiel durchaus nicht leicht. Die Entscheidung zum Umzug im Rahmen der Strukturanpassung des Bundesheeres von 1997 trägt sicherlich zur Verkehrs- und Parkraumentlastung in diesem Teil des Stadtzentrums bei. Dazu ergeben sich auch Einsparungen in der Höhe von etwa 10 Mio. Schilling im Jahr für das Heer. Das Korpskommando I profitiert von der Infrastruktur der Belgierkaserne. Dazu zählen die bessere Erreichbarkeit, ein Hubschrauberlandeplatz, ausreichend Parkraum, Sportanlagen und vor allem zeitgemäße Besprechungsräume. Veranstaltungen auf internationaler bzw. nationaler Ebene erfordern zeitgemäße infrastruktuerelle Voraussetzungen.

In einer schlichten militärischen Feier wurde am 25. Jänner im Kommandogebäude am Glacis die Flagge feierlich niedergeholt.

I. KORPS

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