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Interview mit Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Andreas Mempör

Wien, 11. Oktober 2000  - Interview, aufgenommen von Hauptmann Harald Straussberger, S5 der 1. Jägerbrigade

Herr Oberstleutnant, Sie sind der Kontingentskommandant der österreichischen Soldaten bei der PfP-Übung "Cooperative Determination 2000" (CDE 2000). Welche Aufgaben sind damit verbunden?

Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Andreas Mempör: Viele der Aufgaben waren durch das Kommando der 1. Jägerbrigade bereits vor der Übung zu bearbeiten. Zuerst mußte das Personal für die CDE 2000 ausgewählt und in weiterer Folge für die jeweiligen Positionen ausgebildet werden. Da eine PfP-Übung nach NATO-Standards und in Englisch durchgeführt wird, wurde auf diese beiden Aspekte besonderer Wert gelegt. Durch die rechtzeitige Durchführung des NATO-Sprachkurses "Tactical English for Land Forces in Peace Support Operations" in Eisenstadt konnte das Kontingent bestens vorbereitet werden.

Welche Aufgaben werden auf der Übung durch Sie wahrgenommen?

Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Andreas Mempör: Bei dieser Übung bin ich der stellvertretende Kommandant einer multinationalen Brigade. Für ein kleines Land wie Österreich ist eine so hohe Verwendung eine Auszeichnung, aber auch eine Verpflichtung, mit allen teilnehmenden Soldaten die bestmögliche Arbeit zu liefern.

Als Kontingentskommandant vertrete ich die österreichische Delegation in allen nationalen Angelegenheiten. Mit welchen Erwartungen sind Sie zu dieser Übung gekommen?

Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Andreas Mempör: Seit mehr als einem Jahr stellt Österreich ein gepanzertes Jägerbataillon für den Einsatz im Kosovo, welches durch die 1. Jägerbrigade ausgebildet wird. Es gehört dabei einer multinationalen Brigade an. Bei Übungen wie dieser können wir unser Wissen über Verfahren und Abläufe für friedenserhaltende Missionen vertiefen und für die Ausbildung des nächsten Kosovo-Kontingentes verwenden.

Konnten ihre Erwartungen erfüllt werden?

Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Andreas Mempör: Wir sind einen wesentlichen Schritt vorangekommen, dürfen uns aber jetzt nicht zurücklehnen. Die anderen PfP-Staaten forcieren ihre Ausbildungsvorhaben und wir müssen danach trachten, nicht den Anschluß zu verlieren.

An dieser Übung nehmen Länder verschiedener Kulturen teil. Ist es nicht sehr schwierig diese Mentalitäten unter einen Hut zu bringen?

Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Andreas Mempör: Nein, der Auftrag an die Brigade lautet, vereinfacht dargestellt, den Frieden im betreffenden Gebiet herzustellen und danach zu erhalten. Ferner geht es um die Unterstützung der zurückkehrenden Bevölkerung. Da alle Soldaten in diese Richtung arbeiten, haben sie ein gemeinsames Ziel, dem sie vieles unterordnen.

Für diese Übung haben sich alle Soldaten freiwillig gemeldet. Warum sind Sie bei dieser Übung?

Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Andreas Mempör: "Going international" ist für die Soldaten der 1. Jägerbrigade nicht nur ein Schlagwort. Für mich als Chef des Stabes war es daher eine Selbstverständlichkeit, diese Chance zu nützen und mich im internationalen militärischen Bereich weiterzubilden. Die Erfahrungen, die wir in Luzern machen konnten, wurden von allen Teilnehmern des Kontingentes positiv aufgenommen.

Am 13. November sind Sie mit Ihren Offizieren und Unteroffizieren wieder zurück in Eisenstadt. Wird Ihnen nach diesen zeitraubenden Übungstagen nicht ein wenig langweilig werden?

Oberstleutnant des Generalstabsdienstes Andreas Mempör: Die 1. Jägerbrigade steht mit ihrem Vollkontingent zur Zeit im 7. Ausbildungsmonat und wird noch vor Jahresende die Bataillonsübungen "Panonnia 2000" am Truppenübungsplatz Bruckneudorf sowie eine der größten Gefechtsübungen im scharfen Schuß auf der Seetaler Alpe, "Mountain Experience 2000", durchführen. Langeweile wird da wohl keine aufkommen.

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