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Resümee der 4. Internationalen Doktrinenkonferenz

Rust, 05. Mai 2000  - Einhellige Auffassung der Teilnehmer an der Militärkonferenz in Rust: Friedensoperationen bleiben eine zentrale Herausforderung und erzwingen die Anpassung militärischer Doktrinen, eine Intensivierung der Informationstätigkeit, die Übernahme militärfremder Aufgaben und eine straffere Koordinierung mit zivilen Hilfsorganisationen.

Zu diesen Erkenntnissen großer Tragweite gelangten die 68 Teilnehmer der 4. Internationalen Doktrinenkonferenz in Rust am See. Erfahrungen aus den Einsätzen in Bosnien und Kosovo, vorgetragen von militärischen Referenten und Vertretern nationaler und internationaler Hilfsorganisationen und lebhaft diskutiert in Arbeitsgruppen, weisen den Weg in die Zukunft internationaler Friedenseinsätze.

Klar kam zum Ausdruck, was Streitkräfte bei Missionen in Krisen- und Konfliktbewältigung erwartet und worauf sich Soldaten und deren Führung einzustellen haben. Nach bisherigen Erfahrungen muss in einem Einsatz jederzeit mit höchster persönlicher Gefährdung als Folge plötzlicher Gewaltausbrüche gerechnet werden. Dies erfordert zum Beispiel umfangreiche infanteristische Fertigkeiten jedes Einzelnen, aber auch dessen hohe psychische Stabilität sowie psychologische Betreuung.

Enormes Interesse und Aufmerksamkeit erzielte das Thema „Psychologische Operationen und Informationsmaßnahmen bei Friedensoperationen“. Über deren Bedeutung und Notwendigkeit kamen keinerlei Zweifel auf, allerdings wurden in der praktischen Anwendung noch einige Lücken festgestellt. Die während der Bosnien-Mission vom britischen General KISZELY bereits 1996 getroffene Feststellung „Psychologische Aktivitäten sind in dieser Phase genauso wirksam wie schwere Kanonen“ blieb unwidersprochen.

Als zentrale Herausforderung kristallisierte sich die Koordinierung und Durchführung zivil-militärischer Aufgaben heraus: Wie kann eine bestmögliche Synergie zwischen Militär, Regierungs-, Nicht-regierungs- sowie privaten Organisationen erzielt werden, wenn beispielsweise in Bosnien mittlerweile 400 unterschiedliche Hilfsorganisationen ihre Hilfe anbieten? Auch im Kosovo sind bereits mehr als 80 Organisationen aktiv.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Konferenzteilnehmer aus 29 Staaten von der perfekten Vorbereitung der österreichischen und ungarischen Veranstalter sowie von der ausgezeichneten und offenen Gesprächsatmosphäre. In seinem Abschlussstatement am 5. 5. formulierte General Pleiner für Österreich eine grundlegende Erkenntnis dieser Konferenz: „Hoffen wir auf das Beste, aber seien wir auf das Gefährlichste vorbereitet“!

Ungarns Generalstabschef General Lajos Fodor unterstrich die Notwendigkeit einer umfassenden Gesamtstrategie für Friedensoperationen. Diese sollte von der Überwachung potenzieller Konfliktherde über ein präventives Engagement bis zur raschen und umfassenden militärischen Reaktion reichen und setzt einen entsprechenden politischen Konsens voraus.

Die nächste Internationale Doktrinenkonferenz wird 2002 von der Tschechischen Republik gemeinsam mit einem Partnerstaat ausgetragen werden.

Die 4. Internationalen Doktrinenkonferenz ging zu Ende.

Die 4. Internationalen Doktrinenkonferenz ging zu Ende.

General Horst Pleiner ...

General Horst Pleiner ...

... und General Lajos Fodor während des Pressegespräches.

... und General Lajos Fodor während des Pressegespräches.

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