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Gastkommentar von Verteidigungsminister Darabos für die Kronen Zeitung vom 9. 4. 2008

Schutz und Hilfe in Zentralafrika

Wien, 09. April 2008  - Im Osten des Tschad lebt derzeit eine halbe Million Flüchtlinge, viele davon traumatisiert. Die Flüchtlinge sind fern ihrer Heimat und ohne Zukunftsperspektive in städtegroßen Camps der UNO untergebracht. "Wir kommen aus Darfur und wollen in unsere Heimat zurück", sangen die Kinder in einem Flüchtlingslager bei meinem Besuch Anfang April. Doch dieser Wunsch wird sich so bald nicht erfüllen lassen: In Darfur (Sudan) tobt nach wie vor ein Bürgerkrieg. Der Zustrom der Flüchtlinge hat sich in den letzten Wochen wieder verstärkt. Sie fliehen in eine Region, die zwar immer noch besser ist als Darfur, aber auch keine Sicherheit bieten kann. Im Gegenteil: Im Osten des Tschad werden nicht nur Flüchtlinge Ziel von Überfällen, auch humanitäre Helfer geraten in Gefahr und damit die Hilfe, die sie leisten. Das Problem stellen nicht Rebellen, sondern kriminelle Banden dar, die die Schwächsten angreifen. Vergewaltigungen, Verschleppungen, Misshandlungen sind allgegenwärtig.

Die strikt neutrale Schutztruppe EUFOR wurde im Auftrag der UNO gebildet, um genau das zu verhindern. Sie schützt Flüchtlinge und Hilfsorganisationen. Sie sichert das Überleben von Hunderttausenden Menschen. Das neutrale Österreich steht bei dieser zutiefst humanitären Aufgabe nicht im Abseits - ebenso wenig wie die anderen neutralen und allianzfreien Länder Irland, Schweden und Finnland. Wir nehmen freiwillig an diesem Einsatz teil, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Es sprechen auch politische Gründe für diesen Einsatz: Afrika liegt vor unserer Haustür. Krisen in afrikanischen Ländern haben daher auch Auswirkungen auf Europa. Man denke an die Tausenden aus Afrika kommenden "Boat People", die jährlich mit Booten die Küsten Südeuropas erreichen. Nur wer Perspektiven für die Menschen schafft, verhindert, dass Krisen nach Europa getragen werden. Dazu gehört natürlich auch Entwicklungshilfe - nur diese braucht ein Mindestmaß an Sicherheit als Grundvoraussetzung. Die Länder Afrikas brauchen Möglichkeiten, die Probleme ihres Kontinents in eigener Verantwortung zu lösen. Wenn wir uns stärker im Bereich Frieden und Sicherheit engangieren, unterstützen wir Afrika auf diesem Weg.

Der Einsatz des Bundesheeres im Tschad genießt international höchste Anerkennung. Davon konnte ich mich bei meinem Truppenbesuch persönlich überzeugen. Alle Spezialeinsatzkräfte der EUFOR-Mission wurden unter österreichisches Kommando gestellt. Vom Aufbau der notwendigen Infrastruktur bis hin zur Präsenz im Umfeld der Flüchtlingscamps leisten unsere Soldaten ausgezeichnete Arbeit. Wie ihre Kameraden im Kosovo, in Bosnien oder am Golan auch. Österreich kann stolz auf seine Friedensstifter sein. Sie sind das wahre Gesicht Österreichs in der Welt.

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