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Abteilung Militärdiplomatie

Bürgerkriege in Syrien und Libyen, Flüchtlingsströme an den Außengrenzen der EU, die angespannte Lage am Kaukasus: die Zahl der Krisenherde an den Grenzen Europas steigt stetig. Gleichzeitig ist Österreich nun seit 25 Jahren Teil der Europäischen Union. Durch derartige Faktoren steigt die Zahl der internationalen Kooperationen und Verhandlungen rasant an, und die Interessen österreichs müssen gegenüber anderen Staaten vertreten werden. Diese Vertretung wird grundsätzlich von den Diplomaten des Außenministeriums übernommen. Für militärdiplomatische Fragen sind jedoch die Experten des Verteidigungsministeriums der Abteilung Militärdiplomatie verantwortlich. Doch was genau ist die Militärdiplomatie und wie sieht die Arbeit des wichtigsten Instrumentes im Ausland, den sogenannten Verteidigungsattachés, aus?

Ursprung der Militärdiplomatie

Ihren Ursprung hat die Militärdiplomatie in der Entsendung von Boten, Gesandten und Verbindungsoffizieren. Nachdem diplomatische Handlungen in früheren Zeiten zumeist durch die Armeen als wichtigstes Mittel der Herrscher erfolgte, kann der Großteil der Diplomatie bis zum Ende des Ersten Weltkrieges prinzipiell als "Militärdiplomatie" bezeichnet werden. Heute werden diplomatischen Beziehungen grundsätzlich durch zivile Beamte des Außenministeriums wahrgenommen, wobei die Militärdiplomatie einen Spezialbereich der Diplomatie darstellt, der durch das Verteidigungsministerium abgedeckt wird.

Österreich hat gegenwärtig 23 Militärattachébüros auf vier Kontinenten, wobei jedes Büro zusätzlich zum Hauptsitz für zwei bis maximal vier weitere Länder verantwortlich ist. Dadurch kann Österreich bilaterale militärdiplomatische Beziehungen mit etwa 70 Ländern aufrechterhalten. Die Abteilung Militärdiplomatie ist somit als "kleines Außenministerium des Verteidigungsministeriums" zu verstehen. Es entsendet (Militär-)Diplomaten ins Ausland und berät die politische und höchste militärstrategische Führung, innerhalb des Ministeriums, in bilateralen Fragen.

Die Aufgaben

Im Ausland teilen sich die Aufgaben der Diplomaten in Uniform (Militärattachés) in vier grobe Handlungsfelder: die Interessensvertretung und Interessensinitiierung (z.B. Kooperationen) in den Empfangsstaaten, die sicherheitspolitische Informationsbeschaffung und Informationsaufbereitung, Trendentwicklungen, die Unterstützung der österreichischen Botschaft in sicherheitspolitischen und militärischen Fragen sowie die Hilfestellung für österreichische Staatsbürger in Krisensituationen, zum Beispiel bei Evakuierungen.

Um diesen Anforderungen bestmöglich nachzukommen, werden Militärattachés im Vorfeld ihrer Verwendung rigoros vorbereitet. Im zehnmonatigen Vorbereitungslehrgang, der ebenfalls von der Abteilung Militärdiplomatie organisiert wird, lernen die angehenden Diplomaten ihr Handwerk, von der Sprachausbildung über sicherheitspolitische Analysen bis hin zu diplomatischen Verhaltensregeln und vielem mehr.

Neben der Vorbereitung und Entsendung von Militärattachés, ist die Abteilung Militärdiplomatie auch für die in Österreich akkreditierten ausländischen Verteidigungsattachés verantwortlich. Sie ist das Bindeglied zwischen den diversen ausländischen Vertretungen und dem Verteidigungsministerium. Sie erstellt militärdiplomatische Dossiers zur inhaltlichen Aufbereitung, z.B. für hochrangige Auslandsdienstreisen oder bereitet Besuche in Österreich inhaltlich, organisatorisch und protokollarisch vor.

Unabdingbarer Bestandteil der Landesverteidigung

Sicherheit ist ein relatives Gut: sie ergibt sich aus den eigenen Fähigkeiten, der Stärke der Anderen, sowie dem Verhältnis, in dem man zu Anderen steht. Die Militärdiplomatie ist daher ein unabdingbarer Bestandteil der Landesverteidigung, da sie die Beziehungen (Interessen!) zu anderen Akteuren aufrechterhält, und so Dialog und Kooperation ermöglicht und damit für die Sicherheit Österreichs zu einer Vorfeldstabilisierung beiträgt. Durch Kooperation in den verschiedensten Bereichen (Ausbildung, sicherheitspolitischer Dialog, Streitkräfteentwicklung, Beschaffungsprojekte etc.) können die Aufrechterhaltung und Verbesserung der eigenen Fähigkeiten, sowie eine konstruktive Zusammenarbeit mit internationalen Partnern gewährleistet werden.

Die Abteilung Militärdiplomatie setzt daher sicherheitspolitische Vorgaben des Ressorts in bilaterale und regionale Interessensverfolgungen und Kooperationen um und unterstützt damit den Erhalt der Einsatzfähigkeit des Österreichischen Bundesheeres.

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
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